Alle haben sich ins Zeug gelegt

Osterholzer Kreisblatt - 23.01.2018Im sanierten Dorfgemeinschaftshaus Platjenwerbe stecken EU- und Gemeindemittel sowie viel Eigenleistung

Platjenwerbe. Die meisten Platjenwerber Grundschulkinder hatten Pause. Nur nicht die Mädchen und Jungen des neu gegründeten Schulchors. Sie erfreuten die Großen am Freitagvormittag mit einem Lied. Das hatten Leiterin Kirsten Kasselmann und Hans-Günther Teute, Vorsitzender des Trägervereins Dorfgemeinschaftshaus Platjenwerbe, erst am späten Donnerstagabend vereinbart. Der Anlass dazu war ein besonderer: Mit einem Festakt feierten der Verein und seine Gäste die Rückgabe des Hauses an die Nutzer, nachdem es in den Monaten zuvor von Grund auf saniert worden war.

Nicht nur Teute und seine Mitstreiter vom Trägerverein waren sichtlich erleichtert, es geschafft zu haben. Auch Ritterhudes Bürgermeisterin Susanne Geils atmete einmal tief durch. „Es ist vollbracht“, sagte sie mit einem Stoßseufzer. „Das alles war ein wenig eine Never-Ending-Story.“ Geils erinnerte daran, dass die Sanierung des Dorfgemeinschafthauses seit ihrem Dienstantritt als Bürgermeisterin 2006 immer wieder Thema in den politischen Gremien der Gemeinde und in der Verwaltung gewesen sei.

 

Selbsthilfe und Hilfe aus Brüssel

Doch immer wieder habe das Projekt wegen chronischer Mangelzustände in der Gemeindekasse verschoben werden müssen. Nach vielen Diskussionen, Recherchen und immer wieder neuen Kalkulationen habe das Projekt endlich gestemmt werden können. Schonend für die hiesige Kasse habe sich die 40-prozentige Förderung über das Programm „Leader“ der Europäischen Union (EU) zur Belebung ländlicher Räume ausgewirkt. Die Schlussrechnung für die Sanierung seitens der Gemeinde liegt bei 326 000,27 Euro.

 

Allerdings sind es nur ein Teil der Kosten – auch das machte Geils deutlich. Die Gemeinde könne nur das bezahlen, was nicht aus dem Haus herausfallen würde, wenn man es auf den Kopf drehte. Sprich: Für die Ausstattung mit Möbeln, Medien- und Lichttechnik muss der Trägerverein sorgen. Dessen Mitglieder erbrachten denn auch nicht nur Eigenleistungen in Höhe von umgerechnet rund 47 000 Euro. Sie sammelten auch noch Geld bei den Einwohnern des Dorfes ein. Durch klassische Haussammlungen oder auch die Baustellenparty im vergangenen Spätsommer kamen laut Aufstellung noch einmal genau 24 290,22 Euro zusammen.

 

Das alles machte Geils und Teute extrem glücklich. Das Engagement der Menschen sei ganz im Sinne von Hermann Koch gewesen. Der damalige Platjenwerber Lehrer hatte den Gedanken, dass sich die Bewohner und aktiven Vereine unter einem Dach zu einer Dorfgemeinschaft zusammentun, im Jahr 1929 in die Öffentlichkeit getragen. Diese Idee habe das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg überlebt. „Das ist ein Feuer, das bis heute hell brennt“, sagte Geils.

Teute erinnerte zudem an die wechselvolle Geschichte des Gebäudes: Bau 1935, Nutzung als Getreide- und Lebensmittellager während des Zweiten Weltkriegs, Domizil der neu gegründeten SG Platjenwerbe ab 1947, Gründung des Trägervereins und Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus 1985. Damit verbunden sei immer wieder eine Aufbruchsstimmung gewesen.

Trägerverein Dorfgemeinschaftshaus e. V.
info@dgh-platjenwerbe.de

 

Vorstand:

1. Vorsitzende Birgit Kramer

2. Vorsitzende Susanne Boetzel

Kassenwartin: Ulrike Bulling

Schriftführerin: Birgit Borow

Medienbeauftragte: Cathrin Buckmann

Beisitzer: Alke Natter,
Karola Borgmeyer, Hannelore Teute, Wolfgang Goltsche, Hartmut Hermann, Harald Tete

Alle Vorstandsmitglieder sind über die o.g. Mailadresse erreichbar.

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